Meine zweite Gartenreise

– im August 2024 –

Der Garten von Mille in Sjelborg bei Esbjerg

Ein Gartenbesuch mit Radtour

Meine zweite Gartenreise war eher ein Ausflug. Denn gereist war ich schon, mit der Familie auf die Insel Fanø. 

An einem schönen Sonnabend, an dem die dänische Haveselskab (Gartengesellschaft), in der ich auch Mitglied bin, am Wochenende das Gartenfest der offenen Gärten veranstaltete. 

In der Nähe von Esbjerg (für Uneingeweihte: Fanø liegt direkt vor Esbjerg) war ein hübscher Garten anzusehen.
Also machten mein Mann und ich einen Ausflug dorthin – wir nahmen unsere Leih-Fahrräder, radelten über die Insel, fuhren mit der Fähre aufs Festland und radelten dann eine herrliche Radtour die Küste hoch und etwas nach Osten nach Sjelborg bei Esbjerg. 

Wir fanden den wunderschönen, zauberhaften Garten von Mille! Sie hatte etwa ein Jahr zuvor angefangen ihn umzubauen in einen mehr naturnahen Garten. Entstanden ist eine Mischung aus Stauden- und Wildgarten mit Bäumen und Rasenflächen bzw -wegen, in denen verwunschene Räume entstehen. 

Drum herum und auch im Garten selbst stehen ein paar richtig alte Bäume, unter anderem ein Apfelbaum. Diese alten Gehölze bilden einen kraftvollen Rahmen für Milles Gartengestaltung und verbinden zugleich Altes mit Neuem und Knorriges mit Leichtem. Eine wundervolle Mischung!

Mille hat mit den Beeten, Wiesenflächen und -wegen und den Sitzplätzen eine schöne Komposition aus Gartenräumen geschaffen, mit Einblicken, Durchblicken und Ausblicken. 

Aber seht selbst:

Ich liebe einfach die Gartenräume, die aus Durchblicken entstehen: zwischen Beeten hindurch und vor allem, wie hier, unter Bäumen durch. Raum bildet auch das gelungene Spiel von Licht und Schatten. 

Dann ist da der oben erwähnte alte Apfelbaum und auch ein Pflaumenbaum – ein Beweis dafür, dass es manchmal einfach schön ist, wenn etwas nicht perfekt geschnitten ist:

Was man auf dem einen Bild auch sehr schön sieht: Mille grenzt Rasen und Beete voneinander ab mit Bändern aus alten Steinen. Das mache ich auch so, aber mit alten Ziegelsteinen, weil ich die zu Beginn geschenkt bekommen hatte.

Sehr gelungene Kombination – der weiße
Schnee-Felberich (Lysimachia clethroides) oder Entenschnabel-Felberich (dänisch hvid fredløs- hier gefällt mir der deutsche Name besser) und das „Hab-ich-vergessen“ dazu. 

Sehr süß auch die tiefroten Sonnenhüte (Echinacea purpurea), die Mille hier und da in die Beete gestreut hatte – zwischendurch sahen uns immer mal rote Farbtupfer freundlich an:.

Die intensive, leuchtend rote Farbe hebt sich aus dem Beet heraus.

Eine Pflanze, die ich sofort ins Herz geschlossen habe: kattehale auf Dänisch (Lythrum salicaria in der Sorte ‚Blush‘) – zu Deutsch Blutweiderich … Da gefällt mir der Name kattehale (Katzenschwanz) schon besser.

Hier kann ich auch gleich gestehen, warum meine Fotos so romantisch verwaschen sind, während die meines Mannes ganz klar sind: Tatsache ist, dass ein Objektiv keine Sonnencreme braucht …

Diese Ecke gefällt mir auch sehr gut: vor allem die Kombination aus dem Zauberglöckchen (Heuchera) und dem roten Ziergras, arrangiert an einer lauschigen Ecke. Der grüne Hintergrund (hier Farn) bringt beides gut zur Geltung. Und dann kann man sich auch noch hinsetzen und genießen!

Neues habe ich auch entdeckt. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass Fuchsien (bestimmte Sorten) auch im nordischen Garten überleben, und war ganz überrascht, als ich diese hier im Garten sah.

Die winterharte Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica), die sich in ihrer Umgebung überall darüber und dazwischen hängt.
Zauberhaft!

Was ich bei Mille außerdem sehr schön finde, ist ihre Gestaltung der Staudenbeete. Die sind sehr beliebt (vor allem bei Hobbygärtnerinnen), aber sie sind auch sehr arbeitsintensiv. Staudenbeete sind also eigentlich nicht so meins. Meistens stört mich dabei auch das Durcheinander der vielen unterschiedlichen Pflanzen, das so quasi ohne System scheint. Mille hat ihre Staudenbeete mit Gräsern durchsetzt – im Wesentlichen mit Ziergräsern, die anderen kommen ja von alleine 😉. Dadurch entsteht so eine Art Blumenwiese, und das gefällt mir wieder sehr schön – vor allem dieses Ziergras!
Bei ihrem großen runden Staudenbeet hätte ich persönlich wahrscheinlich einen höheren Gräser-Tuff als „Substanz“ in die Mitte gesetzt. Ist trotzdem schön so – 😀.

Noch ein paar sehr schöne Pflanzen und Kombinationen:

Das ist Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaulis), glaube ich. Super schön zusammen mit den Dolden der Fetthenne (Sedum telephium) und Gräsern.

Hellrosa (diese Farbe liebe ich ja sowieso) Indianernessel (Monarda), fast ausgeblüht, im Zwielicht. Seufz.

Eine schöne, zarte und wilde Ecke – mit weißem Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaulis) und Zierlauch (Allium)(?), dazu noch eine Fetthenne (Sedum telephum) und im Hintergrund die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla)

Eine tolle Pflanze. Aber ich habe vergessen, Mille zu fragen, welche das ist.

Irgendwann hatten wir wirklich alles angesehen und uns gegenseitig gezeigt.
Wir konnten uns mit Kaffee und einem Stück Kuchen für die Rückfahrt stärken, haben uns von Mille verabschiedet und sind abends glücklich mit unseren Fahrrädern fast direkt auf die Fähre gerollt. 

Und sorry noch einmal:
Falls Ihr Euch über die leicht verschwommenen Bilder wundert: ich hatte einmal mit einem Sonnencreme-Finger über die Linse gewischt, das kommt nicht so gut, hrm. 😌 Und in dem hellen Sonnenlicht habe ich es nicht bemerkt. Die klaren Bilder hat mein Mann gemacht. 🥰

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