Pfingstrosen, Bauernrosen, Päonien

Pfingstrosen, Bauernrosen – Päonien (Paeonia) sind einfach wunderschön! Natürlich während sie blühen; davor und danach füllen sie das Beet und überlassen anderen die Bühne. Um im Herbst wieder mit rotem Laub zu punkten.

Ich liebe diese wunderschönen Blumen einfach, meine Mutter liebte sie auch. Im Wesentlichen Staudenpfingstrosen (Paeonia lactiflora), das sind wohl die bekanntesten. Die habe ich vor kurzem für mich wiederentdeckt, nachdem ich mich schon einige Jahre über diejenigen gefreut hatte, die ich aus dem Garten meiner Eltern bekommen hatte.

In einem schönen Buch („Pfingstrosen Rosenpracht ohne Dornen“, s.u.) habe ich dann auch über Strauchpfingstrosen (Paeonia suffruticosa) gelesen – diese Pflanzen sind tatsächlich weniger empfindlich, als ich angenommen hatte. Und so wunderschön die Staudenpfingstrosen auch sind, „Bäume und Sträucher sind das Rückgrat des Gartens“. Nicht vergessen 🙂

Schön ist auch, dass beide Sorten dazu geeignet sind, dass man sich Blumen für die Vase von ihnen schneidet (kennt man von der einen Sorte aus dem Blumengeschäft) – wenn denn schon genügend Blüten dran sind.

Und wie bekommt man das hin?

Staudenpfingstrosen

• Pfingstrosen können ungestört viele Jahre an derselben Stelle stehen – sie sollen es sogar (wenn sie sich wohlfühlen, wo sie stehen). Pflanzt man sie um, haben sie es manchmal schwer, sie an den neuen Standort zu gewöhnen und wieder zu blühen. Dafür werden sie am gewohnten Standort mit jedem Jahr schöner und prächtiger.

• Am liebsten stehen sie in der Sonne, aber sie vertragen auch Halbschatten.

• Der Boden sollte nährstoffreich und tiefgründig sein, etwas lehmig schadet auch nichts.

• Sie benötigen im ausgewachsenen Zustand ca. 1qm Platz. Bis dahin kann man den Platz mit (nicht usurpatorischen) Stauden bzw. Einjährigen füllen.

• Päonien vertragen eigentlich keine Staunässe – aber:

• Im ersten „Standjahr“ ist es wichtig, für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen.

• Einpflanzen: (Sept. – Nov.) Wurzelstock einsetzen, Zwischenräume mit Erde füllen, gut einschlämmen, dann mit Kompost-Erde auffüllen. Zusätzlich Hornmehl oder Knochenmehl, aber keinen stark stickstoffhaltigen Mineraldünger.

• Wichtig: die Wurzelstöcke von Staudenpfingstrosen dürfen höchstens 3 bis 5cm mit Erde bedeckt sein! (Das hätte ich gerne schon ein paar Pflanzen früher gewusst …)! Denn:

• Stehen Staudenpfingstrosen tiefer als 5cm unter Erdniveau, blühen sie nicht mehr!

• Deshalb soll man auch um sie herum mit Kompost düngen, nicht mitten in die Staude, wie ich es anfangs gemacht habe …

• „Spezialmischung“ eines Päonien – Liebhabers : 1/4 Lehm, 1/4 abgelagerter Schafmist (war vorhanden), 2/4 Mutterboden

• Empfohlen wird auch: weniger Kompost, eher Bentonite oder Lehm zufügen.

• „Bei den neueren Pflanzungen gehe ich 10cm über das Bodenniveau. Mit der Zeit sackt die Erde“ sagt der Päonien-Liebhaber aus dem schönen Buch.

• Staudenpfingstrosen wurzeln tief (und nicht flach, deshalb kann man gut direkt um sie herum jäten)

• Staudenpfingstrosen gibt es in großer Sortenvielfalt. Die unterschiedlichen Sorten blühen ab April und bis in den Juli hinein.

• Viele verschiedene Pfingstrosen bekommt man zum Beispiel günstig durch Tausch von Wurzelteilen mit anderen Gärtnern.

• Pfingstrosen sehen sehr schön aus zusammen mit Bartiris. (S. Bild hier drunter)

Beispiele aus dem Buch „Pfingstrosen Rosenpracht ohne Dornen“ (s. Quellenangabe am Ende ), S. 48-49:

Aus dem blauen Meer von Bartiris (Iris barbata-elatior) und weißem Blütenschaum von ‚Laura Dessert‘ tauchen die Knospen von ‚Henry Bockstoce‘ auf.
In den Farben eines Hochzeitskleids zeigt sich Peace mit der Pfirsichblättrigen Glockenblume ‚Grandiflora Alba (Campanula persicifolia).
Mit der zart rosafarbenen und bis 1 Meter hohen, einfachblühenden ‚Rosennymphe‘ verbreitet der Monat Mai seine Wonne.
Noch ein bisschen wonnevoller geht das mit der plüschig gefüllten ‚Sarah Bernhardt‘, deren Blütenpracht allerdings gestützt werden will.
Neben Iris und Glockenblumen passen Phlox und Rittersporn zu Pfingstrosen – und für den Herbst (niedrige) Astern.

Wir füllen unser Beet außerdem mit Frauenmantel, der früh hochkommt und hübsche Zäsuren zwischen den hohen Pflanzen bietet. Seine vielen kleinen hell gelbgrünen Blüten wirken wie Schleierkraut zwischen den großen Päonien-Blüten.

„Der Biogärtner“ meint: Für Unterpflanzung lichter Bäume oder vor dem Gehölzrand gut geeignet, aber weniger als Rabattenpflanze.

Einzelstellung oder zusammen, aber mit größerem Abstand; mit Flieder, Frauenmantel, Funkien, Kolkwitzien, Lungenkraut, Lupinen, Margeriten, Nadelgehölze, Purpurglöckchen, Rittersporn, Schwertlilien, Storchschnabel, Taglilien. Die Kombination Pfingstrose-Rittersporn-Rose-Tränendes Herz ist sehr beliebt.

Pfingstrosen im Gartenjahr

• Früh im Jahr, wenn kein Frost und Schnee ist, kann schon (mit einem kalibetonten Volldünger) gedüngt werden. Fördert die Bildung von Blüten und kräftigt die Triebe.

• Im Frühjahr kann man der Pflanze noch eine Handvoll Quarzsand gönnen, zusammen mit organischem Dünger (etwa eine Handvoll). Dies erledigt man einfach beim Jäten. Außerdem schneidet man die verwelkten Blätter des Vorjahres ab.

• Während die Pflanzen in die Höhe wachsen, sollte man schon einmal Staudenstützen drum herum platzieren, die später vor allem die großen, schweren Blüten stützen.

• Blütezeit: Die frühesten Sorten beginnen bereits im April mit der Blüte. Man sollte gelegentlich auf Pilzkrankheiten kontrollieren. Außerdem empfiehlt es sich, verblühtes abzuschneiden, es sei denn, man möchte ggf. (je nach Sorte) hübsche Samenstände genießen. Oder es „sticht einen der Hafer“ und man möchte sehen, was für eine neue Sorte die Samen hervorbringen.

• Herbst: gut verrotteter Kompost (mit altem Schafmist) als grundsätzliche Nährstoffversorgung; direkt außen um die Pflanze herum. (Sonst kommt der Wurzelstock immer tiefer unter der Erde zu liegen und die Pflanze blüht nicht mehr, trotz Dünger. Also auch nicht anhäufeln!) Kann gut beim herbstlichen Unkrautjäten erledigt werden.

Strauchpfingstrosen

Paeonia suffruticosa

Strauchpfingstrosen sind die verholzenden Arten der Päonien. Also Sträucher, mit all ihren Vorteilen. Sie können bis zu 2m hoch und auch breit werden werden (!), insofern sollte man den Standort mit Bedacht wählen. Umpflanzen finden sie nicht so gut. Aber um diese Größe zu erreichen brauchen sie einige Zeit, sie wachsen nicht so schnell. Sie haben äußerst dekoratives Laub, das in Form und Farbe stark variieren kann.

Sie sind veredelt, d. h. auf eine Staudenpfingstrose wird die Strauchpfingstrose veredelt. Das ist nicht einfach und nicht billig (auch weil nicht jede Staudenpfingstrose dafür geeignet ist. Bei Billig-Angeboten kann es deshalb passieren, dass diese Basis („Amme“) anstelle der Strauchpfingstrose oder zusätzlich ausschlägt. Oder wenn man sie nicht tief genug eingesetzt hat (s.u.).

• Pflege: Sie liebt lockeren, sandigen, feuchten und humusreichen Boden, aber keine Staunässe; ebenso für Kreideböden geeignet.

• Die Strauchpfingstrose liebt es windgeschützt.

• Pflanzung im Frühjahr. Das Pflanzloch sollte groß und tief sein. Erdabdeckung der Triebknospen mindestens 5 cm. Pflanzabstand etwa 150 cm. Blüte ab 4 – 6, in vielen Farben, oft zweifarbig. Blütendurchmesser 15 – 20 cm. Höhe 70 – 200 cm, letzteres jedoch nur bei optimalen Bedingungen und langer Standzeit.

Einpflanzen:

• Pflanzung im Frühjahr

• vor dem Pflanzen den Boden im Pflanzbereich gründlich auflockern

• ein etwa 50 – 60 cm großes Pflanzloch ausheben

• Boden gegebenenfalls durch Einarbeiten von Sand durchlässiger machen

• zusätzliche Drainageschicht auf dem Boden des Pflanzloches sinnvoll

• Strauch-Pfingstrose immer schräg in die Erde setzen

• so kann sie mehr Haupttriebe entwickeln

• Die Wurzeln sollten flach liegen

• tiefer einpflanzen als Staudenpfingstrosen:

• ideale Pflanztiefe zwischen 10 und 15 cm

• die Veredelungsstelle der Strauchpfingstrosen muss beim Einpflanzen 10 bis 15cm tief bedeckt sein, denn:

• die Unterlage wird nach einigen Jahren abgestossen, bis dahin muss die Edelsorte eigene Wurzeln gebildet haben, damit das funktioniert, muss sie tief genug in der Erde sitzen

• Strauchpfingstrosen Paeonia suffruticosa brauchen viel Platz in der Breite

• ratsam sind Mindestabstände von 120 cm, besser bis zu 200 cm

• nach dem Einsetzen, Pflanzgrube mit Erde auffüllen, Erde andrücken und wässern

• Viel wässern und düngen, mit Kompost und Beinwelljauche, nur um die Pflanze herum. Auch im Winter nicht mit Kompost abdecken.

• Junge Pflanzen sollten locker im Winter mit Fichtenreisig abgedeckt sein, vor allem gegen die Frühjahrsfröste, die die jungen Triebe, vor allem in sonniger Lage, schädigen könnten. Auch ältere Strauch-Päonien sollten im Winter durch Fichtenreisig geschützt werden, das den Boden bedeckt und auch zwischen die Zweige gesteckt wird.

• Abgestorbenes im Frühjahr abschneiden. Alle Strauchpfingstrosen werfen ihr Laub ab. Nach Vergilben der Blätter kann die Pflanze auf 30 – 40 cm zurückgeschnitten werden.

• Vermehrung durch Absenker im Frühjahr oder durch Stecklinge im Oktober/November.

Umsetzen

Umsetzen sollte man Strauchpfingstrosen, genau wie Staudenpfingstrosen, nur im äußersten Notfall.

Düngen

Im ersten Standjahr kann auf eine Düngung von Paeonia suffruticosa komplett verzichtet werden. Erst im 2. oder 3. Jahr sollten die Pflanzen je nach Bodenbeschaffenheit zusätzlich mit Dünger versorgt werden.

• Strauch-Pfingstrose zählt zu den Schwachzehrern

• zwei Düngungen im Jahr sind ausreichend

• erste Düngung Anfang bis Mitte März mit einem mineralischen Volldünger

• zweite Düngergabe direkt nach der Blüte mit einem kaliumreichen Volldünger

• diese Düngung sorgt im Folgejahr für kräftigen Wuchs und üppige Blüte

• zweite Düngung sollte bis spätestens September erfolgt sein

• ansonsten können Triebe nicht ausreifen und bei Frost Schaden nehmen

• stickstoffhaltige Dünger nicht empfehlenswert

• sie könnten Pilzkrankheiten begünstigen

Tipp: Die verwendeten Dünger sollten kaliumbetont sein und nur wenig Phosphor und Stickstoff enthalten.

Überwintern

Auch das Überwintern ist Bestandteil der Pflege. Im Jahr der Pflanzung sollte die Paeonia suffruticosa durch eine Abdeckung mit Tannenreisig vor Frost geschützt werden. Einige Sorten der Suffruticosa-Gruppe benötigen auch noch in den Folgejahren einen Schutz, sofern die Temperaturen längere Zeit unter minus 15 Grad fallen.

Im Frühjahr muss die Abdeckung rechtzeitig wieder entfernt werden, um den neuen Austrieb nicht zu behindern. Die meisten Strauchpfingstrosen sind im Alter jedoch ausreichend winterhart und kommen ohne Schutz aus.

Quellen:

• „Pfingstrosen Rosenpracht ohne Dornen“, Christa Brandt, Kathrin Hofmeister, Deutsche Verlags-Anstalt 2014

• Internetseite der Staudengärtnerei „Gräfin von Zeppelin“

• Internetseite „Mein schöner Garten“

• Internetseite des NDR ndr.de

• Der-biogaertner.de