Kaffeesatz im Garten

Wenn du gerne Kaffee trinkst, oder jemanden kennst, der den gerne mag, dann hast du einen guten Dünger schon (fast) umsonst in der Hand.
Kaffeesatz in größeren Mengen kannst du vielleicht bei der Kaffeebar deines Vertrauens am Ende des Tages mitnehmen.

Wenn dir Kaffeesatz in ausreichender Menge zur Verfügung steht, dann kannst du ihn als Ersatz für Torf verwenden. Ebenso wie Torf hält er die Feuchtigkeit im Boden sehr gut, trotzdem trocknet er an der Oberfläche schön ab. Und das ohne die Umwelt zu schädigen – im Gegenteil, du rettest wertvolle organische Substanz vor dem Müll.

Kaffee enthält wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor, außerdem Gerbsäure und Antioxidantien. Diese Stoffe sind auch in den meisten Düngern enthalten.

(Für alle, die es genauer wissen wollen, die Details von der NDR-Seite: „Der im Kaffeesatz enthaltene Stickstoff sorgt für starkes Blattwachstum, Phosphor regt Blütenbildung und Fruchtreife an. Kalium ist für den Zellaufbau und die Stabilität der Pflanze wichtig.“)

Kaffee hat einen pH-Wert von 6,4 – 6,8 und ist damit nur leicht sauer. Dadurch ist er für die meisten Pflanzen und Böden geeignet.

Er zieht Regenwürmer an, die die Erde rund um deine Pflanzen gesünder machen. Und damit ist er natürlich auch ein echtes „Powerfood“ für deinen Kompost.

Praktisch kannst du alle Pflanzen damit düngen – einige, die einen saure(re)n Boden bevorzugen, sind besonders glücklich darüber:

Das sind bei den Zierpflanzen zum Beispiel Rhododendren, Hortensien und Kamelien – und nicht zuletzt Rosen (die es mit der Zeit mit noch prächtigeren Blüten danken) und Geranien.

Ansonsten wissen Beeren ihn zu schätzen (Erdbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren), aber auch Gemüse wie Tomaten, Gurken, Zucchini etc. Nur Setzlinge vertragen Koffein nicht gut.

Den frischen Kaffeesatz solltest du direkt unter den Pflanzen verteilen und eventuell leicht einharken.

Kaffeesatz ist aber nicht nur gut um deinen Kompost oder deine Pflanzen voranzubringen – du kannst ihn auch gegen Schädlinge einsetzen:

Kaffeesatz kann helfen, den Buchsbaumzünsler zu vertreiben, wenn er erst anfängt sich „häuslich einzurichten“. Wenn man den Kaffeesatz immer wieder auf die befallene Pflanze streut, vertreibt man die Raupen, die den Geruch gar nicht mögen.

Kaffeesatz kann auch Ameisen vertreiben, die dessen Geruch ebenfalls nicht zu schätzen wissen.

Wenn du Kaffeesatz um Pflanzen herum streust oder sogar flächig im Beet verteilst, wenn du genug davon hast, dann hält das bestimmte Arten von Schnecken fern. Sie mögen Kaffee nicht, weil das darin enthaltene Koffein für sie giftig ist. (Habe ich noch nicht ausprobiert.)

Und wenn dich im Hochsommer die Wespen so richtig nerven (sie kommen gleichzeitig mit den Zwetschgen, jedenfalls mit unseren), dann brauchst du glimmenden oder räuchernden Kaffeesatz. Fülle dafür Kaffeesatz oder frischen Kaffee in eine feuerfeste Schale und zünde das Pulver an (nicht im Haus …). Dieser Geruch vertreibt die Wespen.

Ich habe das noch nicht ausprobiert – möglicherweise vertreibt der Geruch die Gäste gleich mit, wer weiß? Auflösung folgt in diesem Sommer.

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