Licht für die Aussaat auf der Fensterbank

Da wir jetzt alle wieder anfangen, Gemüse und Blumen auf der Fensterbank vorzuziehen, habe ich noch einen Tipp:

Auf der dänischen Seiten Havenyt.dk habe ich in den Tipps einen Beitrag gefunden, in dem P. Karlsskov schildert, dass er ein Stück Alufolie oder Stanniol hinter den Pflanzgefäßen zum Zimmer hin platziert, damit das Licht reflektiert wird und die Pflanzen sich nicht so sehr zum Licht hin biegen bzw. nicht gieren. (Link: https://www.havenyt.dk/tips/dyrkningsmetoder/473.html)

Davor hatte ich irgendwann, wahrscheinlich in einem Heft oder auf der Internetseite der dänischen Haveselskab , deren Mitglied ich bin, (oder auch auf Havenyt.dk) über den Zusammenhang von Wärme und Licht bei der Aufzucht von Pflanzen gelesen. Nämlich, dass die Pflanzen gieren, wenn entweder zu wenig Licht bei gleichzeitig zu viel Wärme oder umgekehrt zu viel Licht in einem vergleichsweise kühlen Raum auf sie einwirkt. Beides muss einander entsprechen. Das hatte ich in dieser Deutlichkeit noch nirgendwo gelesen.

Wir wohnen in einer sehr schönen Wohnung, die aber im Wesentlichen nach Norden liegt. Für das Vorziehen von Gemüse und Blumen stehen Nordfenster zur Verfügung, ganz eventuell eines nach Osten. Das wäre das beste Fenster , aber das Zimmer wird von einer unserer Töchter bewohnt, da ist das nicht ganz so einfach.

Also am Nordfenster. Den Tipp mit der Alufolie fand ich schon mal ganz gut. Man könnte einen Bindfaden von Ecke zu Ecke spannen und die Folie daran hängen. Bei dem Tipp gab es auch gleich noch die Idee, das ganze mit Pappe zu verstärken. Auch spannend … 
Und dann fiel mir etwas ein: wenn man in Deutschland Schokoküsse kauft, dann sind die in einem Karton verpackt, der innen silbern kaschiert ist. Das ist doch super dafür geeignet! Wenn ich den ganzen Karton benutze, dann habe die Pflanzen sogar ein bisschen Reflexion von unten (auf der größten Fläche stehen sie ja).

Das Ganze funktioniert sehr gut, es hat nur wenige Nachteile:
Da wir in einem Altbau wohnen, in dem die alten Heizkörper noch in der Zimmerecke stehen (wo früher der Ofen stand) und nicht unter dem Fenster, sind die Fensterbänke ziemlich kalt. Wenn ich die Pflanzen jetzt noch mit meinen „Reflektor-Kästen“ von der Zimmerwärme abschirme, dann wird es dort am Fenster eher kühler. Das ist für die ersten Setzlinge ganz gut, die brauchen es eher kühl. Die späteren (Tomate, Kürbis, Zucchini) bekommen dann ein warmes Polster drunter, dann geht es ihnen auch gut.
Zweiter Nachteil: man kommt schlecht dran zum Begießen, wenn man die Kästen direkt nebeneinander stellt. Da muss man dann ein bisschen tricksen.

Vorteil:
Im ersten Jahr (also letztes Frühjahr) habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Die Pflanzen waren deutlich grüner als die anderen Jahre, und sie wuchsen auch nicht so dramatisch schräge richtung Fenster, sondern ziemlich gerade.

Allerdings hat die Konstruktion noch einen Nachteil, der aber leicht zu beheben ist. Wenn die Kästen da so im Fenster stehen, dann sieht man im Zimmer die ganze Reihe der auf den Deckel aufgedruckten Schokoküsse. Das macht Appetit! Und wirkt sich nachteilig auf Ernährung und Figur aus. Also habe ich mir bunt bedrucktes Papier geschnappt (Reste vom Basteln), passende Rechtecke ausgeschnitten und auf die Deckel geklebt. Das ergibt einen ziemlich erfreulichen Anblick, finde ich!

Hinterlasse einen Kommentar