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Meine erste Gartenreise
Park der Gärten in Bad Zwischenahn
Ein kurzer, intensiver Besuch
Gartenreisen zu machen fand ich bisher immer „unnötigen Schnickschnack“ für Leute mit zu viel Zeit, zu viel Geld oder beidem. Als meine Mutter sagte, dass sie gerne mal nach Bad Zwischenahn fahren würde (weil sie das mit ihrem Mann mal geplant hatte), da sagte ich gerne zu, denn sie fährt nicht gerne alleine weg. Das war die Gelegenheit, mir mal den Park der Gärten anzusehen, der gebetsmühlenartig in jeder Ausgabe der (niedersächsischen) Gartenfreund-Zeitschrift mit mind. einer Anzeige, wenn nicht redaktionellem Text erwähnt wird. Mitte September waren wir da.
Ich wollte einfach sehen, wie es dort aussieht und was das eigentlich ist, wollte aber auch einige Anregungen für späte Blühpflanzen und schöne Sträucher finden.
Mein Besuch im Park der Gärten wurde deutlich kürzer als im Vorhinein geplant. Am Tag vorher hätte ich mehr Zeit gehabt, mich aber doch entschieden, die Rundfahrt auf dem Zwischenahner Meer mit meiner Mutter zu machen. Also blieb der Morgen/Vormittag am Tag der Abreise.
Ich stand morgens um kurz nach 9 an der Bushaltestelle, der Bus würde mich etwa zur Zeit der Öffnung direkt am Park der Gärten abladen. Wie überaus bequem! Dort angekommen staunte ich, dass es offenbar gar nicht so wenige Menschen gab, die schon vor mir dort waren und auf Einlass warteten. Was ich nicht wusste: an diesem Wochenende war im Park ein „Genießermarkt“ aufgebaut, mit vielen Ständen und Wagen im Park verteilt. Und die Besucher, die schon um 9:30 vor dem Eingang standen, waren bei weitem nicht die Einzigen an dem Tag. Als ich etwa zweieinhalb Stunden später den Park wieder verließ, kamen mir Horden von Menschen entgegen, es strömte unaufhörlich. Da war ich wirklich froh, nicht am vorigen Nachmittag dort gewesen zu sein. Da soll es reichlich voll gewesen sein.
Zweieinhalb Stunden sind für so einen Park, wenn man sich wirklich für die Pflanzen, Freiraumgestaltung und alles interessiert, recht wenig, eher eine erste Sichtung. Deshalb habe ich viele Fotos gemacht – auch um die Eindrücke im Nachhinein noch wirken zu lassen. Und für meine Mutter natürlich, der dieser Ausflug zu beschwerlich war. Dass überall Sitzgelegenheiten stehen (teilweise Ausstellungsstücke unterstützender Firmen), haben wir nicht geahnt.
Den Park fand ich – grob zusammengefasst – sehr schön. Verglichen mit dem Botanischen Garten in Hamburg (wo ich als Hamburgerin natürlich schon war) ist er künstlerisch nicht so anspruchsvoll, aber auch hier findet man sehr schöne Garten“räume“, Situationen und tolle Pflanzenzusammenstellungen. Im Spätsommer sicherlich nicht ganz so fulminant wie im Früh- und Hochsommer, allerdings hätte ich hier in so einem Park eigentlich (noch) mehr erwartet. An vielen Stellen blüht etwas, allerdings häufig auch die immer gleichen Pflanzen, was in puncto Gartenkompetenz doch etwas erstaunt. Hier ginge möglicherweise noch viel mehr. Für die vorhandene Zeit allerdings hat es gerade gut gereicht.
Los geht’s mit einem Rundgang in kommentierten Bildern:
Diese Kombination finde ich zauberhaft – Hohes Eisenkraut (Verbena bonariensis) und ein schönes Ziergras, vermutlich Lampenputzergras (Pennisetum villosum) oder Gartenfederborstengras „Hameln“ (Pennisetum alpocuroides Hameln“), ein Namensschild war nicht zu finden. Diesen Baum hätte ich wohl gerne in meinem Garten 🙂. Es ist ein Chinesischer Blumenhartriegel (Cornus kousa var. chinensis). Er blüht im Sommer mit großen weißen, vierblättrigen Blüten – wird allerdings ziemlich groß (bis 5m breit und bis 8m hoch). Das hätte ich erst gar nicht gedacht, denn im Park sind diese Bäume alle nicht sehr groß. Unser Garten ist groß, aber mit der Plazierung sollten wir schon gut aufpassen.
Diese Kombination von Gräsern hat mir sehr gut gefallen. Das schwarze ist Schwarzer Schlangenbart (ophiopogon planiscapus Nigrescens), sieht man zum Glück auf dem Schild. Dieses Gras blüht im Hochsommer auch noch ganz zauberhaft! Das gelbe ist Japanwaldgras (Hakonechloa macra ‘Aurea‘).
Die Pyramide in dem Bild, das wir schon vom Anfang kennen, habe ich von Weitem erst für einen Baum gehalten. Dann habe ich gesehen, dass es eigentlich ein riesiges Rankgerüst ist, an dem Kletterrosen und Clematis wachsen. Eine Clematis fand ich besonders schön (Kunststück, viele andere waren auch schon ausgeblüht). War nicht so einfach, sie ins Bild zu bekommen: von der einen Seite halb ins Beet, um die Blüten zu fotografieren, von der anderen ebenso, für das sehr hübsche, aber nur aus der Nähe wirklich lesbare Schild. Tadaa: Italienische Waldrebe (Clematis viticella „Purpurea Plena Elegans“)
Blick durch das Apfelspalier am Zaun in die „Kinderstube“ des Parks
Es ist doch immer wieder schön, wenn jemand Zeit hat, sich um die exakten Beetränder zu kümmern. Sehr hübsche Aufteilung! Wenn man einen Gärtner hat …. Für diesen Teil des Parks muss ich unbedingt im Sommer noch einmal wiederkommen: was hier so etwas „abgefressen“ aussieht, sind unglaublich viele verschiedene Taglilien (Hemerocallis). (Wirklich unglaublich – es gibt eine Pflanzenliste auf der Internetseite des Parks, die Taglilien gehen über 7 (!) A4-Seiten) Ich liebe diese Pflanzen – und dann in so einer Vielfalt! Diese Heide gefällt mir sehr gut! Einerseits liebe ich hellrosa, andererseits ist diese Heide winterhart, hat aber trotzdem einen schönen Blütenflor, anders als die oft strapazierte herkömmliche Besenheide, die ihren Namen voll zu recht trägt. Diese Sorte ist auch eine Calluna vulgaris, allerdings„County Wicklow“. Zwei kleine Pflänzchen, die ich sehr niedlich finde: links eine kleine Fetthenne (Sedum cauticola), gut als Bodendecker geeignet, rechts ein kleiner Storchschnabel (Geranium sanguineum „Apfelblüte“
Und so eine niedliche Herbst-Anemone (Anemone hupehensis „Mont Rose“) brauche ich unbedingt im Garten. Dort sind schon viele einfache rosafarbene und zwei weiße, aber so etwas Entzückendes fehlt ganz bestimmt noch. Hier sieht man, wie schön es ist, mit großen Gesten – also zm Beispiel Gruppen von mehreren gleichen Pflanzen – zu arbeiten, wenn man genügend Platz hat. Das gefällt mir sehr viel besser als das „Klein-klein“, zu dem wir Hobbygärtner gerne tendieren.Hieran gefällt mir sehr, dass man auch schon mit einer relativ kleinen gestalteten Pflasterfläche einen sehr schönen Effekt erzielen kann. Gut, die Steinbank in dieser Situation lässt das Ganze etwas nach Friedhof aussehen, aber zwei schöne Stühle würden schon Wunder wirken.
Diese Abfangung eines Hangs mit Corten-Stahl gefällt mir sehr (ja, weiß ich, ist gerade auch Mode). Das ist bestimmt nicht ganz billig, aber wenn ich einen Hang abfangen wollte, würde ich versuchen, etwas ganz Ähnliches zu realisieren.
Noch ein Blick in den …… traditionellen Gemüsegarten.Da ist ganz schön viel los!
Das war meine erste Gartenreise – kurz und intensiv. Manches hätte ich mir gerne mit mehr Ruhe angesehen, aber abgesehen von der im Vorhinein knapp bemessen Zeit, hatte ich das kleine Problem, dass ich etwas zu leicht gekleidet war. Ich hatte damit gerechnet, dass wie vorhergesagt, die Sonne herauskommen würde, die im September ja noch gut wärmt. Nur dass es leider bedeckt und windig blieb. Und dementsprechend kühl. lange stehenbleiben oder hinsetzen hätte auch frieren bedeutet. Insofern passte alles zusammen.